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Steuerberater
Paul Dieter Giebelen
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Wer ist als Testamentsvollstrecker geeignet?

Testamentsvollstrecker kann gem. § 2201 BGB jede natürliche Person werden, die bei Amtsantritt nicht geschäftsunfähig oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist oder die nach § 1896 BGB einen Betreuer zur Besorgung ihrer Vermögensangelegenheiten erhalten hat.

Der Erfolg jeder Testamentsvollstreckung steht und fällt mit der konkreten Person des Testamentsvollstreckers.

Ein Testamentsvollstrecker sollte folgendes Anforderungsprofil erfüllen:

  • das volle und umfassende Vertrauen des Erblassers genießen
  • über menschliche Qualifikation, insbesondere Standfestigkeit im Rahmen der Auseinandersetzung mit den Erben verfügen
  • ausreichende Kenntnisse der wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhänge besitzen
  • sein Amt unabhängig von Eigeninteressen führen können
  • über eine ausreichende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verfügen
  • hinreichend organisatorischen Background sowie Zeit haben, um sich dem Amt zu widmen

Dieses Anforderungsprofil ist auf die Angehörigen der steuerberatenden Berufsgruppen zugeschnitten, wie auf kaum eine andere konkurrierende Berufsgruppe, wie die nachfolgende vergleichsweise Gegenüberstellung zeigt.

Vertrauen ist die Basis von allem.

Das oft über Jahrzehnte währende Mandatsverhältnis, in dem der künftige Erblasser viele sehr persönliche Dinge über sich und seine Familie preisgibt, unterstreicht das hohe Vertrauen, das der Erblasser in „seinen“ Steuerberater setzt.

Wer die tägliche Auseinandersetzung mit dem Fiskus nicht scheut, dem traut der künftige Erblasser auch die notwendige Standfestigkeit mit den Erben zu.

Der Testamentsvollstrecker erhält sein Amt vom Erblasser übertragen.

Das ihm zukommende Verwaltungs- und Verfügungsrecht über den Nachlass übt er kraft eigenen Rechts aus, entsprechend dem Willen des Erblassers und unabhängig vom Willen der Erben.

Im Vergleich zum Steuerberater mögen die Rechtsanwälte aus der Sicht des künftigen
Erblasser vielleicht ein kleines Plus bei der Frage der Standfestigkeit in rechtlichen Auseinandersetzungen haben.

Da der Testamentsvollstrecker nach der Rechtsprechung des BGH aber ohnehin gehalten ist, einen Anwalt einzuschalten, wenn es um die Klärung rechtlicher Verhältnisse geht, und er schon aus Gründen der Vermeidung seines Haftungsrisikos diesen Weg beschreiten wird, dürfte dieser Gesichtspunkt wohl kaum einen Mandanten davon abhalten, „seinen“ Steuerberater zum Testamentsvollstrecker zu bestellen.

Was die Unabhängigkeit von eigenen Interessen oder Interessen eines Arbeitgebers angeht, liegen die Berufsgruppen der Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare gleichauf.

Diese Berufsgruppen unterliegen einem funktionierenden Ehrenrecht, mit dem beispielsweise die Wahrnehmung widerstreitender Interessen sanktioniert und eine ausreichende finanzielle, durch Pflichtversicherungen abgedeckte Vermögensmasse zur Abdeckung für fehlerhaftes Handeln sichergestellt werden können.

Veruntreuungen zu Lasten des anvertrauten Vermögens führen praktisch immer zu zumindest zeitlichen Berufsverboten.

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